Sollte das Abenteuer bereits an seinem Ende angelangt sein? Der Tag der Abreise war gekommen.
Die Mission war erfolgreich zu Ende gebracht worden. Irene wurde für eine anständige Summe in liebenswerte Hände abgegeben und die Erlöse aus dem Fahrzeugverkauf werden ihren Teil dazu beitragen, dass der Neubau der Ceesay Nursery School und die Erweiterung des Manduar Health Post vorangetrieben werden können.
Doch vor der Abreise mussten wir noch etwas Ballast loswerden. Von mehreren hundert Kilo Gepäck, welches wir während der dreiwöchigen Rallye mit uns führten, durften am Ende nur noch 50 kg übrig bleiben. Die letzten Tage haben wir immer wieder Ausrüstungsgegenstände und Kleidung verschenkt oder getauscht, doch nun hieß es: Ausverkauf! So überließen wir einige Dinge wie die Sandschaufel, Kaffeekanne, Vitamintabletten und vieles mehr dem freundlichen und hilfsbereiten Hotelpersonal. Mit dem letzten Hab und Gut machten wir uns ein letztes Mal auf zum Holzmarkt, um einige Souvenirs zu tauschen. Mit einigen Trophäen im Gepäck konnten wir danach den Nachhauseweg antreten. Kleidung, Nahrungsmittel, Benzinkanister, Werkzeug und Campinggestühl fanden dankbare Abnehmer.
Blieb noch der betagte Laptop aus den Anfängen des Computerdaseins, der unter die Leute gebracht werden musste. Drei Stunden vor Abflug machten wir uns in die Stadt, um einen Händler zu finden, der sich unserer Rarität im Tausch gegen ein paar Dalasis annahm. Nach mehreren erfolglosen Versuchen hatten wir Glück und fanden einen Interessenten. Nach eindringlicher Prüfung des Geräts haben wir ihn für umgerechnet knapp 50 Euro verkauft. In Deutschland hätte man nicht einmal einen Euro für dieses Relikt erzielen können. Auffällig war, dass den Käufer die deutschsprachige Software keineswegs störte.
Gegen 18 Uhr erreichten wir den Flughafen in Banjul, dem Yundum International Airport. Eine schöne Überraschung bescherte und zwei befreundete Teams, die an den Flughafen gekommen waren, um uns zu verabschieden. Sie sollten noch einige Tage länger in Gambia verweilen und den Rückweg erst später antreten. Vielen Dank nochmals an Jenny, Berit, Gerd und Björn. Das Einchecken verlief problemlos, obwohl wir einen Einheimischen abwimmeln mussten, der für das Anheben unserer drei Gepäckstücke auf das Förderband am Schalter Trinkgeld verlangte… Unser Handgepäck wurde nach althergebrachter Weise händig durchsucht – nicht etwa mit einem Röntgengerät – doch suchte man nicht nach gefährlichen Gegenständen oder Flüssigkeiten, sondern unterhielt sich mit uns über GPS-Navigationsgerät und GPS-Notrufsender. Diese hochtechnisierten Gegenstände waren doch wesentlich wichtiger und Aufsehen erregender als Feuerzeuge, Wasserflaschen und Taschenmesser.
Die Maschine nach Dakar startete nach afrikanischen Verhältnissen absolut pünktlich, etwa eine Stunde nach der ursprünglich angekündigten Zeit auf dem Flugplan. Kaum in der Luft, wurde der Landeanflug eingeleitet. Nach nur 40 Minuten Flugzeit landeten wir in Dakar, Senegal. Dort mussten wir drei Stunden warten, bevor wir überhaupt einchecken konnten. Unangenehm: Nahezu keine Sitzmöglichkeiten, nur ein kleiner Kiosk und abertausende von Stechmücken im Gebäude. Wir legten unverzüglich lange Kleidung an und nebelten uns reichhaltig mit Autan ein. Nach dem Einchecken – abermals Gepäckdurchsuche ohne technische Hilfsmittel – mussten wir weitere zwei Stunden warten, bis das Flugzeug bereit war zum „Boarding“. Die Nacht verbrachten wir im Flieger und landeten am nächsten Tag früh morgens in Lissabon. Erst hier in Europa wurden wir um Feuerzeug, Wasserflasche und Taschenmesser erleichtert. Einigermaßen saubere Toiletten, Zeitschriften und McDonalds wiesen uns den Weg in die Zivilisation. Der Rückflug nach Frankfurt war nur noch Formsache, um 17 Uhr landeten wir in der Heimat. Ein fast 24-stündiger anstrengender Heimweg und ein dreiwöchiges unvergleichliches, sagenhaftes Abenteuer gingen in diesen Minuten zu Ende.