Die Rallye ist vorbei!
Titel
Spenden-Counter:
2180,00 €

News

22.03.2009 Tag 23: Versteigerung der Teilnehmerfahrzeuge

Der große Tag war gekommen! Mit einem lachenden und einem weinenden Auge erwarteten wir die Versteigerung der Teilnehmerfahrzeuge.

Einerseits freuten wir uns auf ein möglichst hohen Verkaufserlös für Irene und somit einen hohen Spendenbeitrag unsererseits, andererseits rückte der Abschied von Irene immer näher. Wer sich so lange mit einem Auto beschäftigt hat, es vorbereitet, gehegt und gepflegt hat, es für über drei Wochen „bewohnte“ und darüberhinaus durch Namensgebung personalisierte, der wird sich nur mit Mühe von dem guten Stück trennen können. „Gutes Stück“ vor allem deshalb, weil es uns ohne jegliche Probleme zuverlässig und sicher über eine Strecke von 7500 km von Deutschland nach Gambia führte.

Die Versteigerung ist inzwischen bei der Bevölkerung hinlänglich bekannt. Die vergangenen Tage haben wir immer wieder Leute getroffen, die uns gesagt haben, sie haben von der Versteigerung gehört oder kommen sogar dort hin. So hofften wir auf eine rege Bieterschar an diesem Sonntagmittag. Die Versteigerung fand im Independence Stadium in Bakau statt. Eine Stunde lang konnten sich Interessierte die Fahrzeuge anschauen, anfassen und Fragen stellen. Wir haben unser Möglichstes getan, in Verkaufsgesprächen das Beste für ein gutes Ergebnis herauszuholen.


Wir hatten uns das Ziel gesteckt, mindestens 70.000 Dalasis für Irene zu erlösen. Dies entspricht etwa 2150 Euro. Das ist in etwa so viel, wie wir an Bargeld in das Fahrzeug selbst und in dessen Aufbereitung gesteckt hatten. Tim fuhr Irene vor die wartenden Bieter. Schön war die alte Dame anzuschauen, frisch gewaschen glänzte der Lack im afrikanischen Sonnenschein fast wie an ihrem ersten Tag. Wehmut kam bei uns beiden auf. Doch da mussten wir durch. Der Startpreis lag bei 25.000 Dalasis. Das sollte ein langer Weg werden bis zu unserem Wunschergebnis. Die Gebote wurden in 1000er Schritten erhöht. Spannung pur. Zwischendurch schien es, als sei die Luft raus, doch immer wieder fand sich jemand, der das Gebot erhöhte. Die Marke von 70.000 Dalasis schien ein deutlicher Widerstand zu bedeuten, denn die Gebote kamen nur noch zögerlich. Tim rief „Seventy Thousand“ in die Menge, in der Hoffnung, nicht der Auktionator, sondern die Bieter hätten dies als Gebot aufgefasst, um somit die Hürde über den nächsten Zehntausender zu nehmen. Das Risiko sollte sich auszahlen: Der Auktionator reagierte nicht, doch ein Bieter bot sogleich 71.000 Dalasis. Dies sollte das letzte Gebot sein. Punktlandung! Für umgerechnet 2180 Euro erwarb man unsere heißgeliebte Irene. Das Geld fließt nun verschiedenen Hilfsprojekten der DBO zu! Wir waren glücklich, dass jemand das Fahrzeug kaufte, der es privat als Alltagsauto benutzen würde. Es wäre weniger schön gewesen, hätte ein Gebrauchtwagenhändler den Wagen erworben und weiterverkauft. Wir schossen ein Gruppenfoto mit dem Käufer und überredeten ihn, Irene noch einen Tag bis zu unserem Rückflug fahren zu dürfen. Somit sind wir auch am letzten Tag noch mobil und können noch ein paar Abschiedsrunden mit unserem Schätzchen drehen.

Das beste Ergebnis erzielte der große Mercedes-Bus des BB Star-Teams. Dieser wunderschön und vollständig als Wohnmobil ausgebaute Bus erzielte 185.000 Dalasis, etwa 5600 Euro. Schade, dass der neue Eigentümer das Fahrzeug leer räumt und mit Sitzbänken ausstattet, um es als Transportmittel im Personenverkehr einzusetzen. Den Bock schoss jedoch ein anderes Fahrzeug ab: Der alte Toyota Carina des BB-Teams von Berit und Björn, der nicht sonderlich gut in Schuss war und dem man die Strapazen der Rallye durchaus ansah, wechselte für sage und schreibe 113.000 Dalasis (3425 Euro) den Besitzer. Das war etwa das Doppelte des zu erwartenden Preises. Andere Fahrzeuge, Diesel mit einem hohen Nutzwert und einer gesicherten Ersatzteilversorgung, z. B. ein VW T4, schnitten kurioserweise sehr schlecht ab. Verstehen müssen und werden wir es nicht. Die für uns einzige mögliche Erklärung ist diese: Wir befinden uns in Afrika. Man weiß nie, was hinter der nächsten Ecke auf einen wartet. Es ist eben alles etwas anders!

zurück

Veranstalter Dresden-Dakar-Banjul Challenge