Der heutige Samstag sowie der morgige Sonntag sollten im Zeichen der Hilfe für Gambia stehen.
Deshalb verdient diese Challenge auch den Namen "Charity-Rallye". Die ursprünglich für Montag anberaumten Besuche der verschiedenen Hilfsprojekte der Dresden-Banjul-Organisation wurden auf den heutigen Tag verlegt, da viele Teilnehmer bereits morgen Abend abreisen.
Der erste Besuch galt der Ceesay Nursery School in Wellingara, einige Kilometer entfernt von Serrekunda. Würde auf der Außenfassade nicht der Name der Schule stehen, hätte man dieses unscheinbare Gebäude nie für eine gehalten. Das, was dieses Gebäude zu einer Schule macht, sind eigentlich nur zwei Tafeln. Sonst erinnert nichts, aber auch gar nichts an eine Schule. Zwei kleine Räume mit einigen Tischen, die erwähnten Tafeln, fertig ist die Schule. Diese karge Ausstattung sollte Grund genug sein, dieses Projekt zu unterstützen. Doch auch der jämmerliche Zustand des Gebäudes selbst ist verbesserungswürdig. In der Regenzeit werden die Räume regelmäßig überflutet, so dass die Kinder die Füße hochnehmen müssen. Nicht selten sind mit diesem Umstand auch Krankheiten verbunden, die die Kinder erfassen. Die Schule wird von der DBO nicht nur mit Geldern gefördert, sondern gleich mit einem Neubau eines Schulgebäudes. Der Bau hat bereits begonnen, die Mauern stehen bereits hüfthoch. Vier Klassenräume sind zu erkennen, drei kleine Räume werden als Büro, Vorraum und Lagerraum genutzt.
Die uns empfangende Schulklasse bestand aus etwa 30 Schülern und Schülerinnen im Alter von etwa 8 Jahren. Herausgeputzt haben sie sich, nett anzuschauen war die Kinderschar in ihren blauen Schuluniformen. Die Kinder hatten mehrere Lieder einstudiert, die sie uns vorsangen. Dabei wurde der DBO, namentlich Heinz Bohrmann sowie den Gästen aus Deutschland gedankt, die wir den Weg nach Gambia gefunden hatten und unseren kleinen Beitrag zu einer besseren Welt leisten wollten. Die Kinder werden streng erzogen. So kommen auch mittelalterliche Methoden zum Einsatz: Ein Aufseher sorgte für die nötige Disziplin, in dem er mit einem Riemen durchaus auf Kinder einschlug, die sich nicht benehmen wollten. Dies war stets dann der Fall, wenn eine Kofferraumklappe eines Teilnehmerfahrzeugs geöffnet und Geschenke verteilt wurden...
Der Zeitplan war eng gesteckt, so verteilten wir einige Geschenke und machten uns auf dem Weg zum Neubau der Schule. Dieser liegt nur einige hundert Meter entfernt, der jedoch sicher vor Überschwemmungen ist. Heinz erklärte uns alles Wissenswertes über diese Stätte und eilig machten wir uns auf zum nächsten Hilfsprojekt der DBO.
Dabei handelt es sich um das Manduar Health Post, einer kleinen Krankenstation, die bald gar nicht mehr so klein sein wird. Auch hier hätte niemand eine solche Einrichtung vermutet, würde nicht am Eingang ein entsprechendes Schild angebracht sein.
Der Empfang, der uns hier bereitet wurde, war grandios. In unmittelbarer Nachbarschaft der Krankenstation gibt es vier Schulen. Jedes Kind trug Schuluniform, jede Schule hatte dabei ihre eigene Farbe. Hunderte von Kindern standen am Straßenrand, sangen und jubelten uns zu, als wir mit unserem Konvoi einliefen. Wahnsinn! Auffällig war, dass viele Kinder den direkten und unmittelbaren Kontakt zu uns, den Einzelnen unserer Gruppe, suchten. Dies geschah entweder durch körperlichen Kontakt, Umarmen, Festklammern oder Handhalten, oder durch Übergeben eines Zettels, auf dem eine Telefonnummer, Adresse oder eine E-Mail-Adresse stand. Wir nehmen an, dass die Kinder Paten suchten, die den "Patenkindern" in regelmäßigen Abständen Hilfsgüter zukommen lassen würden. Wir lauschten dem Interview eines deutschen Arztes, der ehrenamtlich die Krankenstation für eine bestimmte Zeit leitet. Daraufhin gaben wir unsere restlichen Geschenke ab - Kuscheltiere, Brillen, Arzneimittel - und machten uns nach einem etwa zweistündigen Aufenthalt am Manduar Health Post auf den Weg zurück nach Serrekunda.