Am Vormittag besuchten wir mit einigen anderen Teams Barth’s Place, dem Zielpunkt verschiedener Charity Rallyes, die in Gambia ihr Zielland haben.
Dabei handelt es sich um einen kleinen Shop etwa 20 km von Serrekunda entfernt gelegen, der ebenfalls Sitzgelegenheiten bietet, um den kühlen Softdrink gleich an Ort und Stelle zu genießen. Die Hauswand, die zur Straße hin gelegen ist, zeigt ein schwarz-weißes Flaggenmuster, auf deren weißen Flächen sich bereits viele Teams verewigt haben. Wir wollten uns ebenfalls in die Analen einschreiben und bewaffneten uns mit einem Edding-Stift, zwei Schrauben und einem Schraubendreher. Seitdem ziert ein weiß getünchtes Feld die Inschrift „Team Rolling Hope, Tim & Elmar, Spring 2009“. Irene, die uns zuverlässig über eine Strecke von 7500 km transportiert hat, kam mit dem Satz „Irene, we will miss you!“ ebenfalls zu Ehren. Mit den Schrauben befestigten wir eines der beiden Nummernschilder unmittelbar neben die Gedenkschrift.
Ein weiteres Highlight auf unserem Ausflug war ein Holzmarkt, auf dem handwerklich begabte Männer selbstgeschnitzte Kunstwerke verkaufen. Dabei handelt es sich um Masken, Skulpturen, z. B. den berühmten „Thinking Man“, Tierfiguren, Schalen oder Hals- und Armbänder. Mehr als 50 Verkaufsbuden stehen dem potentiellen Käufer zur Verfügung, um Souvenirs für die Daheimgebliebenen zu erwerben. Dabei unterscheiden sich das Angebot und die handwerkliche Fähigkeit der verschiedenen Verkäufer kaum. Das wissen die Verkäufer natürlich und versuchen somit, den Touristen im Gespräch an oder besser in seinen Verkaufsstand zu bewegen. Sobald man in einem solchen Räumchen „gefangen“ ist, kommt man so schnell nicht mehr heraus. Es bedarf schon etwas Übung und Erfahrung im Umgang mit dieser Spezies, um nicht die gesamte Urlaubskasse aus den Taschen gezogen zu bekommen.
Wir sollten bis zum Ende des Aufenthalts in Gambia noch das eine oder andere Mal auf dem Holzmarkt erscheinen, so entschlossen wir uns, um Erfahrung zu sammeln, beim ersten Mal nur wenige Andenken zu kaufen. Kaufen? Nein. Bei den insgesamt vier Besuchen auf dem Holzmarkt sollten wir keinen einzigen Dalasi ausgeben. Wir tauschten den Großteil unserer Ausrüstung und Kleidung gegen Holzmasken & Co. Wir konnten im Flieger ja nur 20 kg Gepäck pro Person mitnehmen, so mussten Zelt, Stühle, Luftmatratzen, sonstige Campingausrüstung sowie ein Großteil unserer Kleidung unter die Leute gebracht werden. Einen Teil verschenkten wir, einen anderen tauschten wir auf dem Holzmarkt.
Auf dem Weg zu einer weiteren Attraktion, einer Schlangenfarm, haben wir den Anschluss an den Konvoi verpasst und mussten uns alleine orientieren. Dem Kompass des GPS-Geräts folgend, führte uns der Weg an eine Straßensperre der Polizei im nächsten Ort. Die Umleitung führte uns durch die Ortsmitte inmitten eines großen Marktes. Wir wühlten uns durch die Menschenmassen, die Straße wurde immer enger. Bedrohlich wurde die Situation, als Passanten mit Händen und Stöcken auf unser Fahrzeug einschlugen. Die Szenerie sorgte für ein gewisses Unwohlsein in der Magengegend. Als unser Tempo aufgrund der Menschenmassen um uns herum auf weniger als Schrittgeschwindigkeit sank und unser Puls auf etwa 180 Schläge anstieg, legten wir den Rückwärtsgang ein und zogen uns so schnell wie irgend möglich aus diesem feindseligen Umfeld zurück. Den Grund wissen wir bis heute nicht, dies war auch die einzige Situation dieser Art auf unserer gesamten Reise.
Den Abend verbrachten wir im Nostalgia, in dem die Rallye-Veranstalter heute die offizielle Welcome-Party für alle Teilnehmer veranstalteten. Ein deutscher Koch zauberte mit seinen gambischen Mitarbeitern ein tolles Buffet hervor, mit Hähnchen- und Rindfleisch, Garnelen, Salaten und verschiedensten Gemüsesorten. Begleitet von einheimischen Musikern ließen wir uns das Essen schmecken und labten uns an dem einwandfreien Julbrew. Schade, dass dieses Bier nicht nach Deutschland exportiert wird. Man könnte sich glatt daran gewöhnen…