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17.03.2009 Tag 18: Ruhetag in Saint-Louis, Senegal

Das Bild, welches sich uns bei Dunkelheit in der ehemaligen Kolonialstadt Saint-Louis bot, glich dem, was man sich unter Sodom und Gomorra vorstellt. Die Hölle auf Erden, Anarchie, vermeintlich totales Chaos - in westeuropäischen Augen zumindest.

Tag 18
Die Geschäfte, aneinander gereihte Bretter und Wellblechbuden, dunkle Höhlen inmitten Dreck und Müll, bieten ihre Waren feil. Surreal wirkte die Szenerie auf uns.

Der Campingplatz „le ocean“, der den Rallye-Tross erwartete, ist entgegen in einem sehr guten Zustand. Man kann auf diesem auch Zimmer mieten. Wir hatten Glück und schnappten uns ein Zweibettzimmer, welches wir zu sechst bezogen. Die erste warme Dusche seit Tagen genossen wir in vollen Zügen. Nach einem sprichwörtlichen Nachtessen fielen wir um 3 Uhr tot müde in unsere Betten.

Der Ruhetag begann für Tim mit zahlreichen Toilettengängen, die scharfe Soße des Vorabends brannte bei ihm gleich mehrmals. Dazu kam ein geschwollenes Auge, zugezogen durch Zugluft tags zuvor, welches mit Augentropfen und einer Augenklappe versorgt wurde. Vielen Dank nochmals an die tolle medizinische Unterstützung durch andere Rallye-Teilnehmer!

Tim vorbildlich verarztet, zog es uns in einer kleinen Gruppe von acht Personen in die Stadt. Im Taxi holperten wir zum Place Faidherbe, dem zentralen Platz auf der Ile Saint-Louis, die seit einiger Zeit zum Unesco Weltkulturerbe zählt. Von diesem lässt sich unter Schatten spendenden Bäumen gut das bunte Treiben in der Stadt verfolgen. Dabei fallen vor allem die vielen Kleinbusse auf, die stets mit „all hal dulli ali“ (o.ä.) beschriftet sind, was so viel bedeutet wie „Gottes Segen sei mit Dir“. Allgemein sind die Autos in einem unsagbar desolaten Zustand, dass wir uns immer wieder wundern, dass diese Rostlauben sich aus eigener Kraft fortbewegen können. Der Rost hält die Kisten anscheinend zusammen.

Wir besichtigten einen Gouverneurs-Palast und eine katholische Kirche aus Kolonialzeiten sowie eine Mädchenschule. Wir schlenderten durch die Straßen und Gassen, die selbst und deren Gebäude überwiegend in elendem Zustand sind. An der von Müll und Ziegen gesäumten Uferpromenade ging es zurück in Richtung Stadtmitte.

Wir entschieden uns mit einem Mullikarren zurück zum Campingplatz zu fahren. Nach harten Verhandlungen mit dem Eselstreiber konnten wir den Preis für den Transport von vier Personen von 8000 auf 4000 senegalesische Schekel, das heißt von etwa 12 auf 6 EUR drücken. Zum Vergleich: Die Taxifahrt in die Stadt kostete 2000 Franc CFA, so die korrekte Bezeichnung der Landeswährung, pro Person. Der Weg führte uns durch den berühmten Fischmarkt. Um dieses Erlebnis zu beschreiben, reichen Worte bei weitem nicht aus. Wieder bot sich uns ein unvergleichliches Bild aus Dreck, Müll und Gestank. Das Abwasser, welches sich am Straßenrand den Weg in die Kanalisation bahnte, war blutgetränkt. Einen solchen Gestank haben wir beide noch nie erlebt! Der Würgereiz war stets präsent. Die langen, schmalen, bunten, aus vollem Holz gearbeiteten Fischerboote sorgten für eine Aufhellung der Szenerie. Ein surreales Bild bot ebenfalls der Fischerfriedhof, der unmittelbar an den Fischmarkt anschloss. Fischernetze, die über die Gräber gespannt wurden, sorgen für eine ganz besondere Atmosphäre.

Am Abend wurde ein Barbecue auf dem Campingplatz organisiert, welches von einer afrikanischen Musikband begleitet wurde. Dabei war die Musik absolut hörenswert, wobei wir uns das Essen hätten sparen können. Das Fleisch war zäh und die Bohnen wurden einer Überdosis Knoblauch ausgesetzt. Erwähnenswert ist jedoch das senegalesische Bier „La Gazelle“, welches in der Hauptstadt Dakar gebraut wird. Wir versorgten uns mit einigen 600ml Flaschen und ließen den Abend gemütlich ausklingen.

Hier könnt Ihr Euch den Tagebucheintrag als Sprachversion anhören:



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Veranstalter Dresden-Dakar-Banjul Challenge