13.03.2009 Tag 14: große Düne zu noch einer Düne, Mauretanien
Bis in die späten Abendstunden des vorigen Tages versuchten die Schraubbären den Benz wieder flott zu bekommen. Dank einer großen Gaslaterne des begleitenden TV-Teams wurde eine provisorisch eingerichtete Reparaturwerkstatt taghell ausgeleuchtet.
Mit engagierter Unterstützung dutzender Kfz-affiner Männer hat man den Boliden soweit geflickt, dass dieser aus eigener Kraft auf der nahe liegenden Teerstraße bis nach Nouakchott fahren konnte. Dort soll das Fahrzeug in einer Kfz-Werkstatt vollständig repariert werden und sich dem Rallye-Tross wieder anschließen.
Ebenfalls repariert werden musste ein KTM-Motorrad, dessen Kipphebel der Ventilsteuerung defekt war. Man versuchte vergebens die Welle eines Elektromotors eines Kühlerlüfters, welche man in den zahlreichen Fahrzeugwracks an der mauretanischen Grenze gefunden hatte, in dem Motorrad zu verbauen. Die KTM drehte zwar einige Runden um das Kamp, doch nach kurzer Zeit versagte die Maschine erneut ihren Dienst. Somit wurde das Motorrad weiterhin in einem VW-Bus mitgeführt. Schade, dass sich der Einsatz mit der außergewöhnlichen Idee nicht bezahlt gemacht hat.
Gestartet wurde in zwei Gruppen: Hase und Igel. Die schnellen Fahrzeuge, die sich bis jetzt gut geschlagen hatten auf der einen Seite, die schweren, leistungsschwachen Boliden, wie die Busse, auf der anderen Seite. Irene wurde natürlich in die Profigruppe eingeteilt. Offroad-Olli mit seinem V6-Pajero verbleibt in der langsamen Gruppe, um den Abschleppdienst zu spielen.
Los gings! Da wir mit Irene das geländegängigste Fahrzeug haben, dachten wir uns wir könnten einen Ritt auf einer Düne wagen, während unsere Gruppe rastete, um auf Nachzügler zu warten. Irene machte ihre Arbeit gut, doch von einem auf den anderen Meter wurde der Sand weich und tief. Wir versackten im Sand. Inzwischen haben wir jedoch ausreichend Offroad-Kenntnisse, dass wir uns innerhalb kürzester Zeit aus eigener Kraft aus einer solch misslichen Lage befreien können. Schaufel vom Dach geholt, Räder frei geschaufelt, Fußmatten untergelegt, Untersetzung, zweiter Gang und langsam aus dem Sand. Zur Not kann man die Kiste mit Muskelkraft noch etwas anschieben. So befreit man sich nahezu aus jeder Situation. Irene hat sich auf der gleichen nochmal als Retterin erwiesen, da das RWX-Team mit beiden Fahrzeugen ebenfalls stecken blieb.
Irene hat nun einen Blechschaden. Nichts Schlimmes! Hinten links auf Höhe der Hinterachse ist uns der grüne Laubfrosch reingefahren. Der kleine Flitzer hatte einen Scout an Board, fuhr stets an vorderster Front. Mit viel Schwung, das Team B&B und wir hatten uns gegenseitig gefilmt, kamen wir fast auf Höhe des Führungsfahrzeugs heran. Einer plötzlichen Richtungsänderung des Kontrahenten konnten wir nicht rechtzeitig ausweichen und wurden an der Seite leicht tuschiert. Leider verlor der Steuermann des grünen Boliden die Fassung und ging uns tätlich an. Wir sind der Meinung dass diese Reaktion unentschuldbar ist! Eine Entschuldigung haben wir bis jetzt jedoch nicht erhalten. Abgesehen davon muss ein jeder Teilnehmer mit einem solchen Zwischenfall rechnen. Man ist auf einer Stock- und Steinrallye mit Fahrzeugen, deren Wert in den meisten Fällen 1000 EUR nicht übersteigt. Da kann auch durch Kontakt mit tückischem Untergrund mal eine Heckstoßstange (Berger Brillen), der Endtopf (Borga Benz) oder der komplette Auspuff ab Krümmer (Team B&B) abhanden kommen.
Das Nachtlager schlugen wir wieder inmitten der Wüste auf. Offroad-Olli nutzte den Platz für seinen Spieltrieb aus und forderte die Offroad-Fähigkeit seines Pajeros heraus. Er trieb dieses Spiel etwas zu bunt, da er eine Dünenkante nicht gesehen hatte und unfreiwillig einen Fünfmetersprung absolvierte. Wir haben uns die Spuren im Sand angeschaut, die Absprungkante und den Krater des Aufschlags. Das muss wirklich ein spektakulärer Flug gewesen sein! Leider hat sein Fahrzeug Spuren davon getragen. Der Rahmen ist nun verzogen und die Kühlung leckt. Hauptsache ist aber, dass der Bock noch rennt. Morgen geht die Wüstenhatz weiter.
Hier könnt Ihr Euch den Tagebucheintrag als Sprachversion anhören: