12.03.2009 Tag 13: versteckte Düne zur großen Düne, Mauretanien
Sie wundern sich vielleicht über die geringe zu bewältigende Strecke an dem heutigen Tage. Man möge denken, dass wir nun in den mauretanischen Sandwüsten unterwegs sind und deshalb die Länge der Etappen reduziert wurden.
Gute Idee, doch die reinen Wüstenetappen folgen erst die nächsten Tage. Der Grund liegt vielmehr in der Ausreise aus Marokko, Westsahara, und der Einreise nach Mauretanien. Im morgendlichen Briefing sagte man uns bereits, dass wir mit mehrstündigen Wartezeiten rechnen müssten.
Doch der Reihe nach! Nachdem der Tross mit den ersten Sonnenstrahlen startklar war, wollte das RWX-Team mit seinem Audi Quattro unbedingt noch einen Ritt in den Dünen wagen. Gesagt, getan - äh - versucht! Trotz 136 PS unter der Haube ging dem Ingolstädter nach einigen Metern die Puste aus und grub sich im feinen Sand der Düne ein. Mit dem Einsatz von Fußmatten und vereinten Kräften versuchten wir den Boliden frei zu bekommen. Doch just in diesem Moment versagte die Maschine des Fahrzeugs. Einige Spezialisten vom Fach lösten dieses Problem nach kurzer Zeit, so dass wir uns an die eigentliche Rettungsaktion machen konnten. Fußmatten machen anstelle von Sandblechen eine wirklich gute Figur und mit der Kraft einiger Männer schoben wir den Quattro aus dem weichen Grund.
Die Fahrt gestaltete sich heute sehr unspektakulär. Knapp 60 Fahrzeuge steuern gegen Mittag die marokkanisch-mauretanische Grenze an. Dank gewissenhafter Vorbereitung der Organisatoren mussten wir als Teilnehmer eigentlich nur warten. Die Wartezeit bei der Ausreise aus Marokko nutzten wir für ein ausgiebiges Frühstück.
Nach knapp zwei Stunden ging es weiter. Wir durchquerten Niemandsland, ein etwa fünf Kilometer breiter Streifen der keiner Nationalität zugeordnet wird. Auffällig viele Fahrzeugwracks und Müll säumten die Straße. Straße ist übertrieben, das Wort Piste ist gerade gut genug für diesen Untergrund. An der anderen Seite angekommen, reihten wir uns brav in die Schlange der wartenden Fahrzeuge ein. Geschlagene vier Stunden warteten wir auf das Zeichen für die Weiterfahrt.
Im Vorfeld sagte man uns, man würde die Fahrzeuge durchsuchen nach Alkohol zum Beispiel. Die Einfuhr von Alkohol nach Mauretanien ist verboten. So verstauten wir unser Bier und den Wodka sorgfältig. Das Bier wanderte ursprünglich in die Radkästen, woraufhin wir das Versteck änderten, da wir davon ausgingen, dass man dort zuerst suchen würde. So vergruben wir die Bierdosen in Tims Reisetasche noch unter die getragenen Slips und Socken. Das sollte jeden Zöllner abschrecken! Den Wodka füllten wir in Wasserflaschen, vergaßen diese jedoch zu markieren. Mal schauen, wie lange das gut geht! Den Sekt vergaßen wir sogar zu verstecken. Dieser schlummerte offensichtlich in einer unserer Rucksäcke. Wie auch immer, die Polizei kontrollierte kein einziges Fahrzeug. Die Einreiseformalitäten haben so viel Zeit in Anspruch genommen, dass an Durchsuchungen nicht mehr zu denken war.
Am späten Nachmittag, etwa 40 Kilometer hinter der Grenze, bog der gesamte Konvoi von der geteerten Straße auf eine Piste ein, die mitten in die Wüste führte. Nun war Schluss mit dem Kilometerschrubben auf Asphalt. Bis in das Luftlinie 300 Kilometer entfernte Nouakchott werden die Reifen nur noch Kontakt mit Sand, Steinen und Staub haben. Nach einem kurzen Briefing, bei dem die Fahrweise im Sand erklärt und uns unsere vier Führer, die uns durch Mauretanien begleiten, vorgestellt wurden, wurde an sämtlichen Fahrzeugen kollektiv die Luft abgelassen, um im Sand besser oder überhaupt voran zu kommen. Voll motiviert legten wir los.
Die Freude sollte jedoch nicht von langer Dauer sein. Einem 190er Benz hat es erst den Ölwannenschutz weggerissen und daraufhin ein Daumen dickes Loch in selbige gerissen. Da die Sonne bereits tief am Himmel stand und nun eine größere Reparatur anstand, entschloss man sich kurzerhand das Nachtlager an diesem Ort aufzuschlagen. Im Nirgendwo ist es ja fast egal, wo man sein Haupt bettet. Es sieht sowieso überall gleich aus.
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