Die Rallye ist vorbei!
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11.03.2009 Tag 12: Dahkla zur versteckten Düne, Westsahara

Dem gemeinschaftlichen Abendessen mit typisch marokkanischem Essen folgte ein großes Lagerfeuer und Benzingespräche mit anderen Rallye-Teilnehmern. Anstatt Benzin hatten wir gegen Ende des Abends jedoch eine Menge Alkohol im Blut.

Tag 12
Erst spät fanden wir den Weg zurück ins Hotel. Die Nacht war kurz und die Kopfschmerzen spürbar. Zwei Aspirin, eine Dusche und ein ordentliches Frühstück bekämpften die Kopfschmerzen bis auf ein erträgliches Maß.

Die Apotheke suchten wir nicht aufgrund der Kopfschmerzen auf, sondern Elmars Husten macht immer noch Probleme. Auf dem Weg zur Pharmazie setzten wir einen unserer drei Wasserkanister für Brauchwasser am Wegesrand aus, da Irene unter massiver Überladung litt. 80 Liter Benzin, 60 Liter Brauchwasser, 60 Liter Trinkwasser plus die gesamte Ausrüstung inklusive 150 Kilo Lebendgewicht brachten Irene ganz schön ins Schwitzen. Als wir fünf Minuten später von der 500 Meter entfernten Apotheke zurückkehrten, war der Wasserkanister bereits verschwunden. Hier unten ist Wasser eben ein sehr kostbares Gut.

Die heutige Fahrt führte uns durch Steinwüsten, die wir bereits allzu gut kennen, doch neuerdings gespickt sind mit Sanddünen. Diese sind die Vorboten der Sandwüsten, die wir morgen erreichen werden. Freies Fahren ist nun vorbei. 50 Kilometer vor dem Etappenziel haben sich sämtliche Rallye-Teilnehmer, 50 Stück an der Zahl, an einer Tankstelle mitten in der Wüste versammelt. Als auch der letzte Teilnehmer angekommen war, fuhren wir im Konvoi zur so genannten versteckten Düne. Diese befindet sich 20 Kilometer vor der marokkanisch-mauretanischen Grenze und diente uns als Outdoor-Camp. Sand, Sand und nochmals Sand. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie sich Irene gefreut hat. Luftsprünge hat sie gemacht!

Doch bevor wir unseren Allradler die Düne hinauf jagten, haben wir unser Zelt aufgebaut. Erst die Arbeit dann das Vergnügen. Diese Geduld hatte Offroad-Olli nicht. Er prügelte seinen V6-Pajero ohne verminderten Reifendruck, dafür mit 250 Litern Benzin an Board ohne Rücksicht auf Verluste durch den Sand. In der Konsequenz grub er sich vorbildlich ein, ohne den Gipfel erreicht zu haben. Bei einem weiteren Versuch riss eine Aluminiumfelge. Die Vorstellung war hiermit erst einmal beendet.

Ebenfalls ohne besondere Vorbereitung auf den außergewöhnlichen Untergrund versuchten wir uns im Anschluss ebenfalls im Dünenreiten. Wir hatten mehr Glück und erreichten mit Irene den Dünenkamm. Nachdem wir nach der Abfahrt das Fahrzeug abstellen wollten, haben wir Irene mit dem Fuß auf der Bremse geparkt, das war ein Fehler. Denn so haben wir Irene bis an den Felgenrand in den Sand geschoben. Nur mit Schaufel und vermindertem Reifendruck konnten wir Irene befreien.

Von 40 Litern Brauchwasser und zweier Reisetaschen befreit erhielten wir von Peter, dem Wüstenfuchs, einem erfahrenen Offroader, Einzelunterricht im Sanddünenreiten. Entsprechend geschult brannten wir daraufhin ein Feuerwerk ab, woran sich Irene und wir noch lange erinnern werden. Irene zog ihre Bahnen durch den weichen Untergrund die Düne hinauf, hinunter, als ob sie in ihrem Leben bisher nichts anderes gemacht hätte. Wir hätten nie gedacht, dass ein hundert PS schwaches, dafür 2,3 Tonnen schweres Gefährt solche Leistungen vollbringen kann. Mit den entsprechenden Vorbereitungen jedoch - verminderter Reifenluftdruck sowie Untersetzung und behutsames Anfahren, jedoch bei Fahrt Vollgas an der Drehzahlgrenze - meisterte Irene jede Herausforderung vorbildlich. Einen maßgeblichen Beitrag hatten definitiv die neuen Conti Cross Contact, die uns Tims Arbeitgeber gesponsert hat. Mit zitternden Händen und einer Adrenalin-Überdosis stellten wir Irene neben unserem Zelt ab.

Der Abend ging früh zu Ende. Nach dem Abendessen nahmen wir unsere erste Malarone-Tablette, ein Malaria-Mittel. Morgen reisen wir nach Mauretanien ein, welches bereits zu Malaria-gefährdetem Gebiet zählt. Eine abschließende Runde um die Zelt- und Wagenburg führte uns direkt in unsere Schlafsäcke. Bei Vollmond schliefen wir am Fuß der Düne ein und träumten von weiteren Ritten mit der Roten Zora im weißen endlosen Sand.

Hier könnt Ihr Euch den Tagebucheintrag als Sprachversion anhören:



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