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09.03.2009 Tag 10: Laayoune nach Dakhla, Westsahara

Gegen Sonnenuntergang erreichten wir Laayoune, das Etappenziel des zehnten Tages. Die N1 verließen wir an den von der Rallye-Organisation überreichten Koordinaten, denn die Abfahrt zum Beduinencamp ist nicht übermäßig gut ausgeschildert und der Abzweig ist weder geteert noch geschottert.

Tag 10
Irene freute sich natürlich über diese Herausforderung und mit der Unterstützung der vollen Zusatzbeleuchtung zog es uns in der Dunkelheit an den traumhaften Strand, an dem wir die Nacht verbringen sollten. Wir hatten Glück, dass ein Beduinenzelt noch nicht belegt war, so dass wir auch für diese Nacht unser Zelt im Auto lassen konnten. Es ist schon ein tolles Gefühl, in einem traditionellen, originalen Beduinenzelt zu schlafen und das Rauschen des Meeres zu hören. Leider konnten wir diese Eindrücke nur zu kurz genießen, denn die Tage sind sehr anstrengend und man ist froh, wenn man abends sein Plätzchen gefunden hat und sich zur Ruhe begeben kann.

Der nächste Tag begann mit einem Ausritt Irenes. Sie wollte sich partout nicht Richtung Dakhla begeben ehe sie einige Runden am Strand gedreht hatte. Wir taten ihr den Gefallen. Wie so oft begaben wir uns erst nach einem ausgedehnten Frühstück auf die Reise, Frühaufsteher sind wir sowieso nicht.

Landschaftlich geboten wird uns zurzeit ein Mix aus Steinen, Steinen und Steinen und zur Abwechslung auch mal Steinen. Spaß beiseite, viel gibt es hier in der Regel nicht zu sehen. Man hat das Gefühl auf dem Mond unterwegs zu sein. Aber nicht umsonst ist die Sahara Marokko eine Steinwüste. Abwechslung boten einerseits die bereits erwähnten Fischer, andererseits einige Dromedare, Tankstellen und Kommunikationsmasten am Wegesrand. Diese Masten könnten in der marokkanisch-mauretanischen Auseinandersetzung um die Westsahara für eine gesicherte Kommunikation gesorgt haben. Heutzutage sind sie der Grund dafür, dass man nahezu ununterbrochenen Mobilfunkempfang über tausende von Kilometern durch die Steinwüste entlang der Küste der Westsahara hat. Mit dieser Vielzahl von Masten erklärt sich für uns eine neue Definition der Mehrzahl von Mast, nämlich „en masse“.

Da in einer solch aufregenden Gegend mit endlosen schnurgeraden Straßen die Gefahr des Sekundenschlafs mit jeder Fahrstunde zunimmt, hat die Rallye-Organisation einige Koordinaten verteilt, die mehrere landschaftlich attraktivere Stellen kennzeichnen. So verließen wir die N1 an verschiedenen Stellen, um Päuschen einzulegen und die Küstenlandschaft zu genießen. Einige der Rallye-Teilnehmer nutzten die Gelegenheit für einige Bademinuten im kalten Atlantik. Wir waren nicht sonderlich scharf auf dieses Erlebnis und zogen stattdessen unsere Bahnen, um möglichst vor Sonnenuntergang das Etappenziel zu erreichen, um uns um ein Hotelzimmer kümmern zu können.

Dakhla liegt am Ende einer 48 Kilometer langen und vier Kilometer breiten Landzunge im Südwesten der Westsahara. Der Campingplatz, den die Mehrzahl der Rallye-Teilnehmer anfuhr, war wenig einladend. Zudem waren die wenigen Zimmer, die der Campingwart vermietet, bereits belegt. So begaben wir uns auf den Weg in die Stadt, um ein für uns geeignetes Hotel aufzusuchen. Dies gestaltete sich wie so oft problematisch. Wir kreuzten Dakhla von Norden nach Süden, vom Westen bis in den äußersten Osten, durchquerten sowohl wohlhabende Wohngegenden als auch die Slums in den dunkelsten Ecken der Stadt. In diesen fühlten wir uns nicht besonders wohl, sprachen Irene immerwährend gut zu, überall verrecken zu können, nur nicht hier!

Wir schafften es unbeschadet aus der Stadt hinaus, jedoch ohne ein geeignetes Hotel gefunden zu haben. Somit blieben uns nur zwei Möglichkeiten: Zelten auf einem drittklassigen Zeltplatz auf Betonboden oder Übernachtung in einem höherklassigen, sicheren aber auch teureren Hotel, dem Riad Calipau Sahara am Strand etwas außerhalb der Stadt. Wir wählten hauptsächlich aus Sicherheitsgründen letztere Alternative. Wir gönnen uns somit das letzte Mal etwas Luxus, denn die nächsten Nächte werden wir in der mauretanischen Sandwüste verbringen und dort unsere Outdoor-Camps errichten, weit ab jeglicher Zivilisation inmitten im Nichts.

Hier könnt Ihr Euch den Tagebucheintrag als Sprachversion anhören:



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