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08.03.2009 Tag 9: Tafraoute nach Laayoune, Westsahara

Auch wenn es nicht das gesuchte Hotel war, entschieden wir uns aufgrund der Dunkelheit und Müdigkeit die Nacht im „Chez Amalia“ zu verbringen. Die Anlage, die in typisch marokkanischem Stil erbaut ist, befindet sich unter holländischer Leitung und bietet mit 14 Zimmern und sogar einem Swimmingpool alles was das Rallye-Herz erfreut.

Tag 9
Auf dem Parkplatz waren bereits weitere Rallye-Bolliden geparkt, welche jedoch nicht zu unserer Challenge sondern zu einer parallel aus Belgien gestarteten Tour mit Namen „Antwerpen - Banjul“ gehörten. Auch dort kommen die Autos in Gambia karitativen Zwecken zu gute, die Teilnehmerzahl umfasst allerdings nur acht Teams.
Nach dem Dinner legten wir uns früh zu Bett, wobei Elmar erst spät Ruhe fand, nachdem der Tunfisch der interessant schmeckenden Spaghetti-Soße in Elmars Bauch noch ein paar extra Runden drehte.

Richtig ausgeschlafen brachen wir am nächsten Morgen gegen 10 Uhr in Richtung einer weiteren Sehenswürdigkeit des Antiatlas auf, den blauen Steinen. Entgegen der ersten Vermutung handelt es sich dabei nicht um ein Naturschauspiel sondern um eine Felsformation, welche vor einigen Jahren von einem Künstler blau angemalt wurde. Wir vermuten ja, dieser Herr hatte noch blaue Farbe vom letzten Innenanstrich im Keller und eine ordentliche Portion Marihuana im Kopf.

Immerhin konnten wir auf dem Abstecher Irene etwas unbefestigtes Terrain zum Austoben geben. Diese setzte sich auf dem Abstieg des Antiatlas in Richtung Tiznit fort. Nachdem es die Tage zuvor ordentlich geregnet hatte, kam bei uns richtiges Rallye-Fieber auf, nachdem aus Teer plötzlich nasse Schotterpisten wurden und wir mir 100 Sachen dem Allrad alles abverlangten. Nach unzähligen Serpentinen und erneuten fantastischen Eindrücken der Landschaft und Menschen, ließen wir gegen Nachmittag den Antiatlas hinter uns und begaben uns auf direktem Weg zu unserem Tagesziel, die Stadt Laayoune. Dieser Ort liegt in der Westsahara, welcher in einem Krieg in den siebziger Jahren zwischen Mauretanien und Marokko nun unter marokkanischer Verwaltung steht.

Unsere Reise war erneut geprägt von einem Wechsel zwischen ebenen Strecken, gesonnt von blühenden Hecken und Sträuchern sowie weiteren kleinen Auf- und Abstiegen. Diese wurden zumindest dann interessant, wenn vor uns wie aus dem Nichts ca. 20 km/h langsame Hühnertransporte auftauchten, welche mit mindestens 10.000 Tieren beladen waren, von denen sich mindestens die Hälfte nicht mehr in Käfigen befanden und wild auf der Ladefläche herumflatterten. Wir wunderten uns zudem über unzählige Kinder, welche in Abständen von wenigen 100 Metern irgendwelche Kräuter am Straßenrand zum Verkauf anboten. Wir möchten hier nicht unterstellen, dass es sich dabei um etwa in der Heimat illegale Substanzen handeln könnte, werden es aber wohl nie erfahren, da Irene keine Lust verspürte eine Rast am Straßenrand einzulegen.

Der weitere Verlauf unserer Odyssee war wenig spektakulär und reibungslos. Naja, bis auf den Durst von Irene vielleicht, der mangels bleifreiem Benzin - ja, ab jetzt ist nur noch Normal verbleit angesagt - erneut astronomische 20 Liter pro 100 km erreicht hat.

Und dann trafen wir die ersten Fischer am Straßenrand. Nein, wir haben zumindest noch keinen Sonnenstich. Diese Vertreter der Anglerszunft sind sogar in recht schicke blaue Uniformen mit akkuraten Mützen gekleidet und verstecken sich in kleinen Häuschen mit der Aufschrift „gendarmerie municipal“. Und von denen Fischerhütten gab es und wird es weiter geben auf unserem Weg mindestens alle 25 Kilometer eine neue. Sie werden sich fragen, warum wir diese Vertreter der Staatsmacht Fischer getauft haben. Die Sache ist schnell erklärt. Denn immer beim Passieren eines dieser in unseren Augen vollkommen sinnfreien Kontrollen müssen wir einen bereits in Deutschland mit unseren Daten ausgefüllten Zettel abgeben, damit man uns die Weiterfahrt gestattet. Nun ja, Zettel heißt auf Französisch nun mal „fiche“. Logo, oder?

Hier könnt Ihr Euch den Tagebucheintrag als Sprachversion anhören:



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Veranstalter Dresden-Dakar-Banjul Challenge